Berlinfahrt 2025
Vom 19. bis 22. Juni 2025 reisten 20 Jugendliche der Kulturenwerkstatt nach Berlin. Die Fahrt fand über das verlängerte Fronleichnamswochenende statt und bot somit gute Rahmenbedingungen für ein kompaktes, intensives Programm. Für viele der Jugendlichen war es der erste Besuch in der Hauptstadt.
Die Reise war als Bildungsfahrt konzipiert. Im Mittelpunkt standen politische und kulturelle Bildung sowie die Auseinandersetzung mit Geschichte, Architektur und Gegenwart. Dabei war von Anfang an klar: Auch Spaß, gemeinsames Erleben und Freizeit sollten nicht zu kurz kommen.
Zwei vorbereitende Workshops hatten die Jugendlichen inhaltlich und organisatorisch auf die Fahrt eingestimmt. Das durchgehend sonnige Wetter trug dazu bei, dass das geplante Programm reibungslos umgesetzt werden konnte – und dass das Leben auf den Straßen Berlins in seiner ganzen Vielfalt erfahrbar wurde.
Zeitraum
19. – 22. Juni 2025
Teilnehmende
20 Jugendliche der Kulturenwerkstatt
Ziele der Fahrt
- Politisch-historische Bildung
- Stadterkundung und kulturelle Teilhabe
- Auseinandersetzung mit Architektur und Gesellschaft
- Förderung von Selbstwahrnehmung und Teamgeist
- Identifikation mit Regeln und Werten der BRD
Programmpunkte (Auswahl)
- Stadtexkursion zu historischen Orten
- Besuch der Gedenkstätte Topografie des Terrors und des Ausstellungsgrabens „Berlin 1933–1945“
- Stadtgeschichte im Museum Ephraim-Palais
- Architekturexkursion
- Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt Forum
- Ausstellung „Roads Not Taken“ im Deutschen Historischen Museum
- Besuch der Fête de la Musique
Besonderheiten
- Verbindung von fachlichen Inhalten mit eigenständiger Erkundung
- Interaktive Ausstellungen und partizipative Elemente
- Eigene Schwerpunktsetzung durch Exkursionsgruppen
- Erste intensive Begegnung mit Gedenkorten für viele Jugendliche
Stadtrundgang
Direkt nach der Ankunft am Donnerstag begab sich die Gruppe zu einer ersten Stadterkundung. Vom Hostel führte der Weg vorbei an der Berliner Synagoge und dem Bode-Museum über die Spree zum Denkmal von Heinrich Heine am Festungsgraben. An der Neuen Wache, der heutigen zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, wurde die Skulptur Mutter mit totem Sohn von Käthe Kollwitz betrachtet, was auf alle sehr eindrücklich wirkte.
Der geplante Besuch der Gedenkstätte zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz musste entfallen, da dort ein Fronleichnamsgottesdienst stattfand. Weiter ging es zum Gendarmenmarkt. Die Jugendlichen waren vom Platz mit seinen drei prägenden Gebäuden, dem Deutschen Dom, dem Französischen Dom und dem Konzerthaus beeindruckt.
Anschließend führte der Weg zum Ort der ehemaligen Reichskanzlei und des sogenannten Führerbunkers, der heute ein Parkplatz ist. Die Jugendlichen konnten sich die Frage, warum dieser historisch aufgeladene Ort nicht deutlicher gekennzeichnet oder didaktisch aufbereitet ist leicht selbst beantworten.
Es folgten das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das durch seine monumentale Gestaltung und die besondere Atmosphäre sehr bedrückend wirkte und für viele Nachfragen und Gespräche sorgte. Vorbei am Brandenburger Tor führte der Weg zum Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.
Abschließend wurde das Reichstagsgebäude passiert, wo eine künstlerische Illumination an die Verhüllung durch Christo erinnerte. Die Gruppe betrachtete auch die Tafeln des Grundgesetzes, die auf dem Platz der Republik ausgestellt sind.
Topografie des Terrors / Austellungsgraben ``Berlin 1933 - 1945`` / Berliner Mauer
Am Freitagvormittag stand die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Mittelpunkt. Die Gruppe startete am Hostel und lief gemeinsam über die Friedrichstraße bis zum Checkpoint Charlie. Von dort aus folgten die Jugendlichen dem ehemaligen innerstädtischen Grenzverlauf entlang der Zimmerstraße in Richtung Niederkirchnerstraße. So wurde der Weg selbst bereits Teil des inhaltlichen Einstiegs, da sich entlang der Strecke zahlreiche Spuren der Berliner Teilung finden lassen.
Ziel war die Ausstellung Topografie des Terrors, die sich auf dem Gelände der ehemaligen Gestapo-Zentrale befindet. Thematisiert werden dort unter anderem die Rolle der SS, die Entwicklung der Polizei im Nationalsozialismus, die Vernichtungspolitik sowie Aspekte der Nachkriegsaufarbeitung.
Die Ausstellung besteht aus einer dichten Zusammenstellung von Texten, Fotografien, Zeitungsartikeln und Originaldokumenten. Viele Jugendliche blieben lange an einzelnen Tafeln stehen. Besonders die historischen Fotos und persönlichen Dokumente lösten Betroffenheit aus. Die Ausstellung wurde von vielen als ein gelungenes Beispiel staatlicher Erinnerungskultur wahrgenommen.
Direkt daneben liegt der sogenannte Ausstellungsgraben „Berlin 1933–1945: Zwischen Propaganda und Terror“. Die fünf Hauptbereiche zeigen die Entwicklung von der Weimarer Republik über das Leben in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ bis hin zu Krieg und Zusammenbruch.
Im Hintergrund verläuft ein originaler Mauerrest, der eindrucksvoll an die spätere Teilung der Stadt erinnert. Die räumliche Nähe von NS-Dokumentation und Mauerrest machte deutlich, wie stark sich die deutsche Geschichte im Stadtraum überlagert und wie greifbar diese Geschichte für die Jugendlichen an diesem Ort wurde.
BerlinZEIT - Die Stadt macht Geschichte!
Am Freitagnachmittag besuchte die Gruppe das Ephraim-Palais, einen barocken Stadtpalast im historischen Zentrum Berlins, der heute Teil des Stadtmuseums ist. Bereits die äußere Gestaltung und die kunstvoll geschwungene Treppenanlage im Inneren beeindruckten viele Jugendliche. Zahlreiche von ihnen fotografierten das Gebäude und zeigten sich interessiert an der Verbindung von Ausstellungsinhalten und historischer Architektur.
Gezeigt wurde die Dauerausstellung „BerlinZEIT – Die Stadt macht Geschichte!“, die die Geschichte Berlins in zwei Etagen darstellt. Im oberen Bereich ging es um die Zeit von der Stadtgründung um 1200 bis zur Novemberrevolution 1918. Themen wie das mittelalterliche Stadtleben, die Entwicklung Berlins zur preußischen Hauptstadt, die Märzrevolution von 1848 oder die Industrialisierung wurden anhand von Originalobjekten, multimedialen Stationen und interaktiven Formaten dargestellt.
Ein besonderer Fokus lag auf Modellen und Darstellungen zur Wohn- und Lebenssituation in den Berliner Mietskasernen zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert). Diese Aspekte wurden gezielt für das Folgeprogramm zur Architektur aufgegriffen, da sie einen direkten Kontrast zu den später besuchten städtebaulichen Projekten bildeten. Viele Jugendliche zeigten großes Interesse an diesen Alltagsgeschichten und stellten Vergleiche zur heutigen Wohnsituation in Großstädten an.
Im unteren Bereich der Ausstellung wurde die Geschichte vom Beginn der Weimarer Republik über Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Teilung der Stadt bis zur Wiedervereinigung 1990 und zur Gegenwart erzählt. Besonders die Exponate zur Mauerzeit und zur Wiedervereinigung lösten intensive Gespräche aus – einige der Jugendlichen hatten familiäre Bezüge zur DDR oder zur Migration nach 1990. Auch die digitalen Medienstationen luden dazu ein, eigene Perspektiven einzubringen.
Am Ende äußerten viele Teilnehmende, dass die angesetzte Zeit von zwei Stunden nicht ausgereicht habe. Die Ausstellung bot einen umfangreichen und lebendigen Zugang zur Berliner Stadtgeschichte – und weckte bei vielen das Interesse, zu einem späteren Zeitpunkt erneut zurückzukehren.
Architektur zwischen Menschenbild und Machtanspruch
Eine Teilgruppe unternahm am Samstag eine Architekturexkursion durch Berlin. Ziel war es, Architektur nicht nur als Baukunst, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen zu verstehen, zwischen Freiheit und Kontrolle, zwischen Individualität und Gleichschaltung. Die Route führte zu fünf bedeutenden Orten Berliner Baugeschichte. Am Vortag bereitete ein Besuch im Museum BerlinZEIT die Exkursion thematisch vor. Dort wurde unter anderem ein detailreiches Modell einer Berliner Mietskaserne untersucht, zur Verdeutlichung der Wohnverhältnisse des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und als Kontrastbild zu den später besuchten Bauprojekten.
Hansaviertel
Die Exkursion begann im Hansaviertel, einem städtebaulichen Projekt der Nachkriegsmoderne, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 entstand. Die Planung richtete sich bewusst gegen die Prinzipien der Vorkriegszeit und der nationalsozialistischen Architektur. Statt Enge und Einheitlichkeit setzte man hier auf Licht, Luft, Offenheit und Vielfalt. Der Mensch und sein Wohlbefinden rückten ins Zentrum der Planung.
Besondere Aufmerksamkeit galt der heutigen Stadtteilbibliothek, dem sogenannten Schwedenhaus, der markanten Wohnzeile in der Altonaer Straße 4 bis 14 und dem Ethernithaus. Die Gebäude zeigen, wie wichtig Individualität im städtebaulichen Konzept war: Verschiedene Architektinnen und Architekten entwarfen ganz unterschiedliche Gebäude, was als bewusster Ausdruck von Pluralität und Demokratie gilt.
Die bauliche Gestaltung betont Wohnqualität. Die Gebäude stehen mit Abstand zueinander, wodurch großzügige Freiflächen und Grünbereiche entstanden.
Olympiastadion
Ein deutlicher Gegenpol zum Hansaviertel war das Olympiastadion, das für die Spiele 1936 im nationalsozialistischen Deutschland errichtet wurde. Die Architektur folgt hier einer ganz anderen Logik. Monumentalität, Symmetrie und Überhöhung prägen das Erscheinungsbild. Der Mensch tritt in den Hintergrund, stattdessen steht das kollektive Bild der „Volks- gemeinschaft“ im Vordergrund.
Die Wirkung des Baus ist einschüchternd, die Inszenierung der Macht architektonisch greifbar. Individualität und menschliches Maß spielen keine Rolle. Das Olympiastadion ist ein Beispiel dafür, wie Architektur im Dienst politischer Ideologien funktionalisiert werden kann.
Le Corbusierhaus
Einen weiteren Zugang zum Thema städtisches Wohnen bot das Le Corbusierhaus. Es folgt dem Konzept der „Unité d’Habitation“ – einer Wohnmaschine, die alle Funktionen des Alltags unter einem Dach vereint. Ziel war es, modernes, verdichtetes Wohnen mit hoher Lebensqualität zu verbinden.
Das Gebäude stellt eine konsequente Umsetzung rationaler Planung dar, mit einem klaren Fokus auf Funktionalität und Struktur. Dabei wurde versucht, sowohl private Rückzugsräume als auch gemeinschaftliches Leben zu ermöglichen. Die Idee, Wohnen als umfassendes System zu denken, war innovativ und hatte einen stark sozialen Anspruch.
Hufeisensiedlung in Britz
Den Abschluss bildete der Besuch der Hufeisensiedlung in Britz, einer der bedeutendsten Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus der Weimarer Republik. Die Siedlung wurde von Bruno Taut und Martin Wagner zwischen 1925 und 1933 geplant. In direkter Erinnerung an die am Vortag betrachteten Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wirkte diese Anlage wie ein Gegenentwurf.
Die Hufeisensiedlung zeichnet sich durch eine klare Orientierung am Menschen aus. Licht, Farbe, Grünflächen und großzügige Wohnungen machten deutlich, dass es hier nicht um reine Unterbringung, sondern um Lebensqualität ging. Gleichzeitig zeigen die gestalterischen Entscheidungen, dass auch innerhalb eines durchdachten Systems Vielfalt möglich ist: Keine uniforme Reihung, sondern ein Spiel mit Farben, Formen und Übergängen.
Flughafen Tempelhof
Auch der Flughafen Tempelhof steht für eine autoritäre Architekturauffassung. Errichtet in den 1930er Jahren, zeigt der riesige Gebäudekomplex typische Merkmale nationalsozialistischer Bauweise: monumentale Dimensionen, axiale Anordnung, betonte Machtwirkung.
Hier diente Architektur eindeutig der politischen Repräsentation. Der einzelne Mensch verschwindet angesichts der Größe des Baus. Zweck war nicht Nutzbarkeit oder Wohnlichkeit, sondern die Demonstration staatlicher Überlegenheit.
Im Inneren des Gebäudes besuchten wir eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte und Nutzung des Flughafens auseinandersetzt. Thematisiert wurden dabei sowohl die NS-Zeit und der propagandistische Charakter des Baus als auch die Rolle Tempelhofs während der Berliner Luftbrücke nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Umnutzung des Gebäudes in der Gegenwart war Thema: Der Flughafen wird heute als Raum für Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, soziale Initiativen und zivilgesellschaftliche Projekte genutzt.
Die Exkursion machte deutlich, dass Architektur nicht nur auf technische oder ästhetische Fragen antwortet, sondern immer Ausdruck eines Menschenbilds ist. Während nationalsozialistische Bauwerke auf Kontrolle, Gleichschaltung und Monumentalität setzten, entwickelten Architektinnen und Architekten in der Moderne neue Konzepte, die das Individuum und sein Wohlergehen ins Zentrum stellten.
Im Hansaviertel, im Le Corbusierhaus und in der Hufeisensiedlung wurde deutlich, wie Wohnen menschenwürdig, vielfältig und sozial gedacht werden kann. Olympiastadion und Flughafen Tempelhof hingegen zeigten, wie Architektur auch zur Disziplinierung, Ausgrenzung und Machtdemonstration eingesetzt wurde.
Für die Jugendlichen der Kulturenwerkstatt bot die Exkursion nicht nur architektonisches Wissen, sondern auch eine tiefere Auseinandersetzung mit Geschichte, Gesellschaft und Gestaltungsspielräumen. Die gebauten Räume erzählten eindrucksvoll davon, wie sehr unser Leben von Architektur geprägt wird – und wie sehr Architektur Ausdruck dessen ist, was wir über den Menschen denken.
HUMBOLDTFORUM - Berlin Global
Während ein Teil der Jugendlichen an der Architekturexkursion teilnahm, besuchte die zweite Gruppe die Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt Forum. Die Ausstellung nimmt die Stadt Berlin in ihrer weltweiten Verflechtung in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie historische, politische und kulturelle Entwicklungen Berlins immer auch globale Bezüge haben, und umgekehrt.
Die Ausstellung ist interaktiv aufgebaut. Alle Jugendlichen erhielten am Eingang ein Armband, mit dem sie an verschiedenen Stationen persönliche Entscheidungen treffen und Inhalte freischalten konnten. Besonders spannend war dabei das Prinzip der Dilemmaentscheidungen: Immer wieder mussten die Jugendlichen zwischen zwei Optionen wählen, etwa zwischen Sicherheit und Freiheit oder zwischen Verantwortung und Selbstverwirklichung. Die Ergebnisse beeinflussten die eigene Ausstellungserfahrung und regten zum Nachdenken über gesellschaftliche Werte und persönliche Haltungen an.
Thematisch behandelte Berlin Global sieben zentrale Bereiche: Revolution, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode, Raum und Verflechtung. Besonders eindrucksvoll war der Raum „Verflechtung“, in dem fiktive Stimmen von Berlinerinnen und Berlinern mit internationalen Wurzeln zu hören waren. Sie schilderten ihre Sicht auf die Stadt, emotional, widersprüchlich und nah an der Lebensrealität vieler Jugendlicher.
Im sogenannten „Beziehungsraum“ konnten die Teilnehmenden spielerisch erkunden, wie Menschen, je nach Herkunft, Alter, Perspektive oder Lebenssituation, Berlin auf ganz unterschiedliche Weise wahrnehmen . Die große, funkelnde Discokugel, unter der Stadtgeräusche, Musik und Zitate zu hören waren, wurde zum beliebten Fotomotiv. Die gesamte Ausstellung verband klassische Objekte mit Licht, Ton, Video und digitalen Elementen. Viele beschrieben den Zugang als zeitgemäß, aktivierend und überraschend.
Nach dem Ausstellungsbesuch ging es für die Gruppe auf die Dachterrasse des Humboldt Forums. Von dort bot sich vom Fernsehturm bis zum Dom, über die Spree bis hin zum Alexanderplatz ein weiter Blick über das Berliner Zentrum. Der Blick von oben ergänzte das Ausstellungserlebnis. Die Stadt wurde räumlich greifbar und zugleich als vielschichtiger Ort sichtbar, der von unterschiedlichsten Geschichten geprägt ist.
DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM - ``ROADS NOT TAKEN``
Nach dem Besuch im Humboldt Forum und einer kurzen Mittagspause machte sich die Gruppe auf den Weg ins Deutsche Historische Museum. Dort stand die Sonderausstellung „Roads Not Taken“ auf dem Programm.
Die Ausstellung nimmt 14 entscheidende Wendepunkte der deutschen Geschichte zwischen 1848 und 1989 in den Blick. Dabei werden nicht nur die tatsächlichen Entwicklungen gezeigt, sondern auch Szenarien, wie die Geschichte hätte verlaufen können, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären. Es handelt sich um gedankliche Entwürfe, die verdeutlichen, wie stark historische Prozesse von einzelnen Weichenstellungen abhängen.
Anhand von Dokumenten, Objekten und anschaulichen Installationen wurde gezeigt, wie sowohl kleine Entscheidungen einzelner Menschen als auch große politische Ereignisse den Lauf der Geschichte geprägt haben. Besonders eindrucksvoll war für viele Jugendliche der Gedanke, dass ein anderes Handeln an einem bestimmten Tag eine völlig andere Zukunft bedeutet hätte.
Im Anschluss tauschten sich die Jugendlichen intensiv über das Gesehene aus. Dabei ging es um die Bedeutung politischer Teilhabe, die Verantwortung jeder Generation für ihre Zeit und die Frage, welche Entscheidungen heute getroffen werden müssen, um die Zukunft positiv zu gestalten.
Freizeit und Fête de la Musique
Am Samstagnachmittag stand den Jugendlichen Zeit zur freien Verfügung. Einige erledigten persönliche Besorgungen oder nutzten die Gelegenheit für eigene Erkundungen. Viele nahmen sich vor, die Fête de la Musique zu besuchen, die jedes Jahr am 21. Juni in ganz Berlin stattfindet.
Bei schönem Wetter und am Wochenende war der öffentliche Raum besonders belebt. Auf Plätzen, in Parks, vor Cafés und sogar in U-Bahn-Stationen traten Musikerinnen und Musiker auf. Das offene Angebot machte es leicht, sich unter die Menschen zu mischen und an verschiedenen Orten Musik zu erleben.
Die Jugendlichen sammelten dabei Erfahrungen mit einer Großstadt, die ihren öffentlichen Raum offen und vielfältig nutzte. In dieser Atmosphäre kam es auch zu Begegnungen mit Gleichaltrigen. Einige spielten im Monbijoupark bis in den Abend hinein gemeinsam mit anderen Jugendlichen Fußball und Basketball.
Für viele war dieser Nachmittag ein eindrückliches Beispiel dafür, wie lebendig und zugänglich Berlin an diesem Tag wirkte.







































































