Kulturelles Kapital - Historische Museum Frankfurt

Kulturelles Kapital - Historische Museum Frankfurt

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 29. November 2025 erstmals das Historische Museum Frankfurt. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Ein Interview mit der Museumsleitung fand im Vorfeld online statt. Dabei ging es um die Frage, wie das Museum unterschiedliche Zielgruppen anspricht und jungen Menschen den Zugang zur Stadtgeschichte erleichtert.

Da sich das Historische Museum als besonders interessant und zugänglich erwiesen hat und neue, noch unerfahrene Teilnehmende zum Projekt hinzukamen, folgte am 6. Dezember 2025 ein zweiter Besuch. Die Jugendlichen nutzten erneut ihre gemeinsam entwickelten Kriterien, um Zugänglichkeit, Atmosphäre und Orientierung im Museum zu beurteilen.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite


Kulturelles Kapital - Weltkulturen Museum -„SHEROES. Comic Art from Africa“

Kulturelles Kapital - Weltkulturen Museum -„SHEROES. Comic Art from Africa“

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 6. Dezember 2025 das Weltkulturen Museum in Frankfurt. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Anhand der gemeinsam entwickelten Kriterien prüften die Jugendlichen, wie offen und einladend das Museum im Rahmen der Ausstellung „SHEROES. Comic Art from Africa“ wirkt – von der Orientierung über die Atmosphäre bis zur Ansprache junger Besucherinnen und Besucher.

Im Museum traf die Gruppe außerdem die Programmbegleiterin des Projekts Kulturkoffer Hessen und hatte die Gelegenheit, das Projekt Kulturkapitalistinnen persönlich vorzustellen.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite.


Kulturelles Kapital - Rosenhang Museum Weilburg

Kulturelles Kapital - Historische Museum Frankfurt

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 30. November 2025 das Rosenhang Museum in Weilburg. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Die Jugendlichen setzten sich mit den ausgestellten Arbeiten auseinander und bewerteten das Museum anhand ihrer gemeinsam entwickelten Kriterien. Dabei ging es sowohl um Fragen der Orientierung, Zugänglichkeit und Atmosphäre als auch um die Attraktivität der Kunst für junge Menschen mit wenig Museumserfahrung.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite


Kulturelles Kapital - Klassikstadt Frankfurt

Kulturelles Kapital - Historische Museum Frankfurt

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 1. November 2025 die Klassikstadt Frankfurt. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Der Besuch diente als alternative Ergänzung zur Loh Collection und bot den Jugendlichen die Möglichkeit, einen weiteren automobilbezogenen Kulturort kennenzulernen. Anhand ihrer gemeinsam entwickelten Kriterien bewerteten sie die Zugänglichkeit, Orientierung und Atmosphäre der Klassikstadt und setzten sich zugleich mit der Attraktivität des Angebots für junge Menschen auseinander.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite


Kulturelles Kapital - Städel Museum

Kulturelles Kapital - Städel Museum

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 25. Oktober 2025 das Städel Museum in Frankfurt. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Die Jugendlichen erkundeten die Ausstellungen und bewerteten das Museum anhand ihrer gemeinsam entwickelten Kriterien. Dabei spielten sowohl Zugänglichkeit, Orientierung und Atmosphäre eine Rolle als auch die Attraktivität der gezeigten Kunst für junge Menschen, die Museen bislang selten besuchen.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite.


Kulturelles Kapital - Kunstsammlung der Stadt Limburg

Kulturelles Kapital - Kunstsammlung der Stadt Limburg

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 23. Oktober 2025 die Kunstsammlung Limburg. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Die Jugendlichen setzten sich mit den ausgestellten Werken auseinander und bewerteten die Kunstsammlung anhand ihrer gemeinsam entwickelten Kriterien. Dabei spielten sowohl Orientierung, Zugänglichkeit und Atmosphäre eine Rolle als auch die Frage, wie ansprechend die gezeigte Kunst für junge Menschen mit wenig Ausstellungserfahrung ist.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite


Kulturelles Kapital - "Museum Wiesbaden"

Kulturelles Kapital - ``Museum Wiesbaden``

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 18. September 2025 das Museum Wiesbaden. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

An einem der letzten warmen Spätsommertage erkundeten die Jugendlichen die Ausstellungen und führten ein Gespräch mit der Museumsleitung über Zugänge, Barrieren und die Ansprache junger Besucherinnen und Besucher.

Ein ausführlicher Bericht mit weiteren Eindrücken erscheint demnächst auf der Projektwebsite.


Kulturelles Kapital - "Klingspor Museum"

Kulturelles Kapital - ``Klingspor Museum``

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalistinnen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 12. September 2025 das Klingspormuseum in Offenbach. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Die Jugendlichen setzten sich mit Schrift, Gestaltung und Buchkunst auseinander und führten ein Interview mit der Museumsleiterin über Bildungszugänge, Vermittlungsarbeit und die Frage, wie junge Menschen für Typografie und Design begeistert werden können.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Fotos erscheint demnächst auf der Projektwebsite.


Kulturelles Kapital - "The Loh Collection"

Kulturelles Kapital - ``The Loh Collection``

Im Rahmen des Projekts Kulturkoffer – Kulturkapitalist*innen besuchte eine Gruppe der Kulturenwerkstatt am 13. August 2025 das Nationale Automuseum The Loh Collection in Dietzhölztal Ewersbach. Das Projekt beleuchtet, wie zugänglich Kulturorte für junge Menschen sind und welche Erfahrungen sie dort machen.

Die Jugendlichen zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Fahrzeuge und diskutierten über technische, historische und gesellschaftliche Aspekte. Von der Fließbandproduktion, über die politische Bedeutung von Fahrzeugen in der Geschichte  bis zur Frage, was Besitz und Reichtum in unserer Gesellschaft bedeuten.

Ein ausführlicher Bericht mit Eindrücken und Bewertungen erscheint demnächst auf der neuen Website des Projektes, die sich derzeit im Aufbau befindet.


Ferienworkshop "Street Literature"

Ferienworkshop ``Street Literature``

In der ersten Woche der hessischen Sommerferien, vom 7. bis 11. Juli 2025, fand der Ferienworkshop Street Literature statt, ein kreatives, interkulturelles Projekt, das Jugendlichen zwischen 9 und 23 Jahren die Möglichkeit bot, sich literarisch, gestalterisch und gesellschaftlich auszudrücken. Täglich nahmen bis zu 40 Jugendliche, insgesamt etwa 50 Teilnehmende, an dem Workshop teil. Sie brachten unterschiedliche Perspektiven und Lebenserfahrungen mit. Ihre Herkunftsländer umfassten Rumänien, Afghanistan, Iran, Syrien, Irak, Ukraine, Deutschland, Tansania, Eritrea, Pakistan, Somalia, Südafrika, Kosovo und Türkei. Ein besonderes Merkmal des Projekts war die altersübergreifende Teilnahme. Die jüngeren Teilnehmenden im Alter von 9 bis 11 Jahren waren Geschwisterkinder. Ihre Einbindung ermöglichte es den älteren Geschwistern erst, überhaupt durchgängig am Workshop teilzunehmen. Diese familiäre Offenheit trug wesentlich zum Gelingen und zur vertrauensvollen Atmosphäre des Projekts bei. Der Workshop war in mehrere Arbeitsstationen gegliedert, zwischen denen die Jugendlichen je nach Interesse und Fähigkeit wechseln konnten:

Nähstation

Hier wurden die Banner final zusammengenäht. Es standen vier Nähmaschinen zur Verfügung, die überwiegend von männlichen Teilnehmenden genutzt wurden. Präzision, Geduld und handwerkliches Geschick waren hier gefragt und wurden mit sichtbarem Stolz eingesetzt.

Druckstation

Die Zitate wurden am Computer mit Photoshop gestaltet und anschließend per DTF-Verfahren (Direct to Film) mit einer Heißpresse auf den Stoff übertragen. Das Verfahren ermöglichte gestochen scharfe, haltbare Drucke. Das Medium war für viele der Jugendlichen neu, was viel Experimentierfreude hervorrief.

Designstation

Neben der digitalen Gestaltung der Zitate wurden hier auch Inhalte für die spätere Präsentation auf der Projektwebsite vorbereitet. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit Struktur, Gestaltung und ersten Textbausteinen für die digitale Weiterführung des Projekts.

Audiostation

Ausgewählte Zitate wurden von den Jugendlichen eingesprochen und aufgenommen. Die entstandenen Audiodateien geben den Texten eine zusätzliche Dimension und sollen perspektivisch in die digitale Präsentation integriert werden. Bastelstationen: Hier entstanden kreative Postkarten und Collagen, die literarische Inhalte mit künstlerischem Ausdruck verbanden und das Projekt in kleinformatigen Arbeiten ergänzten.

Begleitet wurde die kreative Arbeit von Bewegungsmöglichkeiten wie Volleyball, Fußball und Badminton. Diese sorgten für Ausgleich, förderten Teamgeist und halfen, neue Kontakte zu knüpfen. Das gemeinsame Mittagessen war ein fester Bestandteil jedes Tages und bot Gelegenheit für Austausch, Ruhe und Begegnung. Kaffee, Kuchen und Snacks standen durchgehend zur Verfügung und trugen zu einer entspannten und selbstbestimmten Atmosphäre bei. Eine interessante Beobachtung am Rande: Über die gesamte Woche hinweg spielte das Smartphone für viele Jugendliche eine deutlich geringere Rolle als sonst. Der intensive Austausch, die gestalterischen Aufgaben und die hohe Selbstbeteiligung führten dazu, dass sich das Medienverhalten spürbar veränderte. Schätzungsweise konnten in der Workshopwoche über 1000 Stunden Screentime eingespart werden, was ein starker Hinweis darauf ist, dass sinnvolle und gemeinschaftliche Alternativangebote den digitalen Konsum ganz natürlich in den Hintergrund treten lassen. Am letzten Tag des Workshops wurden die gestalteten Banner erstmals an Bäumen auf dem Kalkwerkgelände aufgehängt. So konnten die Teilnehmenden gemeinsam einen Eindruck ihres eigenen Werks im Raum erleben. Dabei entstand spontan die Idee, die Projektergebnisse im Rahmen eines Kulturfests Ende August in Form eines literarischen Lustwandelpfads zu präsentieren. Die Zitate aus dem Workshop werden dann entlang eines Spazierwegs installiert, ergänzt durch Plakate mit Fotos, Texten und Eindrücken aus dem Workshop. Damit wird das Projekt erstmals als sichtbares Zeichen junger Perspektiven im öffentlichen Raum einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Der Ferienworkshop Street Literature zeigte deutlich, wie kulturelle Teilhabe, kreative Selbstentfaltung und soziale Begegnung zusammenspielen können. Die Jugendlichen haben eigene Perspektiven eingebracht, Verantwortung übernommen und gemeinsam ein Projekt gestaltet, das sichtbar, hörbar und spürbar in den öffentlichen Raum wirkt.


Berlinfahrt 2025

Vom 19. bis 22. Juni 2025 reisten 20 Jugendliche der Kulturenwerkstatt nach Berlin. Die Fahrt fand über das verlängerte Fronleichnamswochenende statt und bot somit gute Rahmenbedingungen für ein kompaktes, intensives Programm. Für viele der Jugendlichen war es der erste Besuch in der Hauptstadt.

Die Reise war als Bildungsfahrt konzipiert. Im Mittelpunkt standen politische und kulturelle Bildung sowie die Auseinandersetzung mit Geschichte, Architektur und Gegenwart. Dabei war von Anfang an klar: Auch Spaß, gemeinsames Erleben und Freizeit sollten nicht zu kurz kommen.

Zwei vorbereitende Workshops hatten die Jugendlichen inhaltlich und organisatorisch auf die Fahrt eingestimmt. Das durchgehend sonnige Wetter trug dazu bei, dass das geplante Programm reibungslos umgesetzt werden konnte – und dass das Leben auf den Straßen Berlins in seiner ganzen Vielfalt erfahrbar wurde.

Zeitraum
19. – 22. Juni 2025


Teilnehmende
20 Jugendliche der Kulturenwerkstatt


Ziele der Fahrt

  • Politisch-historische Bildung
  • Stadterkundung und kulturelle Teilhabe
  • Auseinandersetzung mit Architektur und Gesellschaft
  • Förderung von Selbstwahrnehmung und Teamgeist
  • Identifikation mit Regeln und Werten der BRD

Programmpunkte (Auswahl)

  • Stadtexkursion zu historischen Orten
  • Besuch der Gedenkstätte Topografie des Terrors und des Ausstellungsgrabens „Berlin 1933–1945“
  • Stadtgeschichte im Museum Ephraim-Palais
  • Architekturexkursion
  • Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt Forum
  • Ausstellung „Roads Not Taken“ im Deutschen Historischen Museum
  • Besuch der Fête de la Musique

Besonderheiten

  • Verbindung von fachlichen Inhalten mit eigenständiger Erkundung
  • Interaktive Ausstellungen und partizipative Elemente
  • Eigene Schwerpunktsetzung durch Exkursionsgruppen
  • Erste intensive Begegnung mit Gedenkorten für viele Jugendliche

Stadtrundgang

Direkt nach der Ankunft am Donnerstag begab sich die Gruppe zu einer ersten Stadterkundung. Vom Hostel führte der Weg vorbei an der Berliner Synagoge und dem Bode-Museum über die Spree zum Denkmal von Heinrich Heine am Festungsgraben. An der Neuen Wache, der heutigen zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, wurde die Skulptur Mutter mit totem Sohn von Käthe Kollwitz betrachtet, was auf alle sehr eindrücklich wirkte.

Der geplante Besuch der Gedenkstätte zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz musste entfallen, da dort ein Fronleichnamsgottesdienst stattfand. Weiter ging es zum Gendarmenmarkt. Die Jugendlichen waren vom Platz mit seinen drei prägenden Gebäuden, dem Deutschen Dom, dem Französischen Dom und dem Konzerthaus beeindruckt.

Anschließend führte der Weg zum Ort der ehemaligen Reichskanzlei und des sogenannten Führerbunkers, der heute ein Parkplatz ist. Die Jugendlichen konnten sich die Frage, warum dieser historisch aufgeladene Ort nicht deutlicher gekennzeichnet oder didaktisch aufbereitet ist leicht selbst beantworten.

Es folgten das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, das durch seine monumentale Gestaltung und die besondere Atmosphäre sehr bedrückend wirkte und für viele Nachfragen und Gespräche sorgte. Vorbei am Brandenburger Tor führte der Weg zum Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas.

Abschließend wurde das Reichstagsgebäude passiert, wo eine künstlerische Illumination an die Verhüllung durch Christo erinnerte. Die Gruppe betrachtete auch die Tafeln des Grundgesetzes, die auf dem Platz der Republik ausgestellt sind.

Topografie des Terrors / Austellungsgraben ``Berlin 1933 - 1945`` / Berliner Mauer

Am Freitagvormittag stand die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Mittelpunkt. Die Gruppe startete am Hostel und lief gemeinsam über die Friedrichstraße bis zum Checkpoint Charlie. Von dort aus folgten die Jugendlichen dem ehemaligen innerstädtischen Grenzverlauf entlang der Zimmerstraße in Richtung Niederkirchnerstraße. So wurde der Weg selbst bereits Teil des inhaltlichen Einstiegs, da sich entlang der Strecke zahlreiche Spuren der Berliner Teilung finden lassen.

Ziel war die Ausstellung Topografie des Terrors, die sich auf dem Gelände der ehemaligen Gestapo-Zentrale befindet. Thematisiert werden dort unter anderem die Rolle der SS, die Entwicklung der Polizei im Nationalsozialismus, die Vernichtungspolitik sowie Aspekte der Nachkriegsaufarbeitung.

Die Ausstellung besteht aus einer dichten Zusammenstellung von Texten, Fotografien, Zeitungsartikeln und Originaldokumenten. Viele Jugendliche blieben lange an einzelnen Tafeln stehen. Besonders die historischen Fotos und persönlichen Dokumente lösten Betroffenheit aus. Die Ausstellung wurde von vielen als ein gelungenes Beispiel staatlicher Erinnerungskultur wahrgenommen.

Direkt daneben liegt der sogenannte Ausstellungsgraben „Berlin 1933–1945: Zwischen Propaganda und Terror“. Die fünf Hauptbereiche zeigen die Entwicklung von der Weimarer Republik über das Leben in der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ bis hin zu Krieg und Zusammenbruch.

Im Hintergrund verläuft ein originaler Mauerrest, der eindrucksvoll an die spätere Teilung der Stadt erinnert. Die räumliche Nähe von NS-Dokumentation und Mauerrest machte deutlich, wie stark sich die deutsche Geschichte im Stadtraum überlagert und wie greifbar diese Geschichte für die Jugendlichen an diesem Ort wurde.

BerlinZEIT - Die Stadt macht Geschichte!

Am Freitagnachmittag besuchte die Gruppe das Ephraim-Palais, einen barocken Stadtpalast im historischen Zentrum Berlins, der heute Teil des Stadtmuseums ist. Bereits die äußere Gestaltung und die kunstvoll geschwungene Treppenanlage im Inneren beeindruckten viele Jugendliche. Zahlreiche von ihnen fotografierten das Gebäude und zeigten sich interessiert an der Verbindung von Ausstellungsinhalten und historischer Architektur.

Gezeigt wurde die Dauerausstellung „BerlinZEIT – Die Stadt macht Geschichte!“, die die Geschichte Berlins in zwei Etagen darstellt. Im oberen Bereich ging es um die Zeit von der Stadtgründung um 1200 bis zur Novemberrevolution 1918. Themen wie das mittelalterliche Stadtleben, die Entwicklung Berlins zur preußischen Hauptstadt, die Märzrevolution von 1848 oder die Industrialisierung wurden anhand von Originalobjekten, multimedialen Stationen und interaktiven Formaten dargestellt.

Ein besonderer Fokus lag auf Modellen und Darstellungen zur Wohn- und Lebenssituation in den Berliner Mietskasernen zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert). Diese Aspekte wurden gezielt für das Folgeprogramm zur Architektur aufgegriffen, da sie einen direkten Kontrast zu den später besuchten städtebaulichen Projekten bildeten. Viele Jugendliche zeigten großes Interesse an diesen Alltagsgeschichten und stellten Vergleiche zur heutigen Wohnsituation in Großstädten an.

Im unteren Bereich der Ausstellung wurde die Geschichte vom Beginn der Weimarer Republik über Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und Teilung der Stadt bis zur Wiedervereinigung 1990 und zur Gegenwart erzählt. Besonders die Exponate zur Mauerzeit und zur Wiedervereinigung lösten intensive Gespräche aus – einige der Jugendlichen hatten familiäre Bezüge zur DDR oder zur Migration nach 1990. Auch die digitalen Medienstationen luden dazu ein, eigene Perspektiven einzubringen.

Am Ende äußerten viele Teilnehmende, dass die angesetzte Zeit von zwei Stunden nicht ausgereicht habe. Die Ausstellung bot einen umfangreichen und lebendigen Zugang zur Berliner Stadtgeschichte – und weckte bei vielen das Interesse, zu einem späteren Zeitpunkt erneut zurückzukehren.

Architektur zwischen Menschenbild und Machtanspruch

Eine Teilgruppe unternahm am Samstag eine Architekturexkursion durch Berlin. Ziel war es, Architektur nicht nur als Baukunst, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen zu verstehen, zwischen Freiheit und Kontrolle, zwischen Individualität und Gleichschaltung. Die Route führte zu fünf bedeutenden Orten Berliner Baugeschichte. Am Vortag bereitete ein Besuch im Museum BerlinZEIT die Exkursion thematisch vor. Dort wurde unter anderem ein detailreiches Modell einer Berliner Mietskaserne untersucht, zur Verdeutlichung der Wohnverhältnisse des frühen zwanzigsten Jahrhunderts und als Kontrastbild zu den später besuchten Bauprojekten.

Hansaviertel

Die Exkursion begann im Hansaviertel, einem städtebaulichen Projekt der Nachkriegsmoderne, das im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1957 entstand. Die Planung richtete sich bewusst gegen die Prinzipien der Vorkriegszeit und der nationalsozialistischen Architektur. Statt Enge und Einheitlichkeit setzte man hier auf Licht, Luft, Offenheit und Vielfalt. Der Mensch und sein Wohlbefinden rückten ins Zentrum der Planung.

Besondere Aufmerksamkeit galt der heutigen Stadtteilbibliothek, dem sogenannten Schwedenhaus, der markanten Wohnzeile in der Altonaer Straße 4 bis 14 und dem Ethernithaus. Die Gebäude zeigen, wie wichtig Individualität im städtebaulichen Konzept war: Verschiedene Architektinnen und Architekten entwarfen ganz unterschiedliche Gebäude, was als bewusster Ausdruck von Pluralität und Demokratie gilt.

Die bauliche Gestaltung betont Wohnqualität. Die Gebäude stehen mit Abstand zueinander, wodurch großzügige Freiflächen und Grünbereiche entstanden.

Olympiastadion

Ein deutlicher Gegenpol zum Hansaviertel war das Olympiastadion, das für die Spiele 1936 im nationalsozialistischen Deutschland errichtet wurde. Die Architektur folgt hier einer ganz anderen Logik. Monumentalität, Symmetrie und Überhöhung prägen das Erscheinungsbild. Der Mensch tritt in den Hintergrund, stattdessen steht das kollektive Bild der „Volks- gemeinschaft“ im Vordergrund.

Die Wirkung des Baus ist einschüchternd, die Inszenierung der Macht architektonisch greifbar. Individualität und menschliches Maß spielen keine Rolle. Das Olympiastadion ist ein Beispiel dafür, wie Architektur im Dienst politischer Ideologien funktionalisiert werden kann.

Le Corbusierhaus

Einen weiteren Zugang zum Thema städtisches Wohnen bot das Le Corbusierhaus. Es folgt dem Konzept der „Unité d’Habitation“ – einer Wohnmaschine, die alle Funktionen des Alltags unter einem Dach vereint. Ziel war es, modernes, verdichtetes Wohnen mit hoher Lebensqualität zu verbinden.

Das Gebäude stellt eine konsequente Umsetzung rationaler Planung dar, mit einem klaren Fokus auf Funktionalität und Struktur. Dabei wurde versucht, sowohl private Rückzugsräume als auch gemeinschaftliches Leben zu ermöglichen. Die Idee, Wohnen als umfassendes System zu denken, war innovativ und hatte einen stark sozialen Anspruch.

Hufeisensiedlung in Britz

Den Abschluss bildete der Besuch der Hufeisensiedlung in Britz, einer der bedeutendsten Siedlungen des sozialen Wohnungsbaus der Weimarer Republik. Die Siedlung wurde von Bruno Taut und Martin Wagner zwischen 1925 und 1933 geplant. In direkter Erinnerung an die am Vortag betrachteten Mietskasernen des 19. Jahrhunderts wirkte diese Anlage wie ein Gegenentwurf.

Die Hufeisensiedlung zeichnet sich durch eine klare Orientierung am Menschen aus. Licht, Farbe, Grünflächen und großzügige Wohnungen machten deutlich, dass es hier nicht um reine Unterbringung, sondern um Lebensqualität ging. Gleichzeitig zeigen die gestalterischen Entscheidungen, dass auch innerhalb eines durchdachten Systems Vielfalt möglich ist: Keine uniforme Reihung, sondern ein Spiel mit Farben, Formen und Übergängen.

Flughafen Tempelhof

Auch der Flughafen Tempelhof steht für eine autoritäre Architekturauffassung. Errichtet in den 1930er Jahren, zeigt der riesige Gebäudekomplex typische Merkmale nationalsozialistischer Bauweise: monumentale Dimensionen, axiale Anordnung, betonte Machtwirkung.

Hier diente Architektur eindeutig der politischen Repräsentation. Der einzelne Mensch verschwindet angesichts der Größe des Baus. Zweck war nicht Nutzbarkeit oder Wohnlichkeit, sondern die Demonstration staatlicher Überlegenheit.

Im Inneren des Gebäudes besuchten wir eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte und Nutzung des Flughafens auseinandersetzt. Thematisiert wurden dabei sowohl die NS-Zeit und der propagandistische Charakter des Baus als auch die Rolle Tempelhofs während der Berliner Luftbrücke nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch die Umnutzung des Gebäudes in der Gegenwart war Thema: Der Flughafen wird heute als Raum für Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, soziale Initiativen und zivilgesellschaftliche Projekte genutzt.

Die Exkursion machte deutlich, dass Architektur nicht nur auf technische oder ästhetische Fragen antwortet, sondern immer Ausdruck eines Menschenbilds ist. Während nationalsozialistische Bauwerke auf Kontrolle, Gleichschaltung und Monumentalität setzten, entwickelten Architektinnen und Architekten in der Moderne neue Konzepte, die das Individuum und sein Wohlergehen ins Zentrum stellten.

Im Hansaviertel, im Le Corbusierhaus und in der Hufeisensiedlung wurde deutlich, wie Wohnen menschenwürdig, vielfältig und sozial gedacht werden kann. Olympiastadion und Flughafen Tempelhof hingegen zeigten, wie Architektur auch zur Disziplinierung, Ausgrenzung und Machtdemonstration eingesetzt wurde.

Für die Jugendlichen der Kulturenwerkstatt bot die Exkursion nicht nur architektonisches Wissen, sondern auch eine tiefere Auseinandersetzung mit Geschichte, Gesellschaft und Gestaltungsspielräumen. Die gebauten Räume erzählten eindrucksvoll davon, wie sehr unser Leben von Architektur geprägt wird – und wie sehr Architektur Ausdruck dessen ist, was wir über den Menschen denken.

HUMBOLDTFORUM - Berlin Global

Während ein Teil der Jugendlichen an der Architekturexkursion teilnahm, besuchte die zweite Gruppe die Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt Forum. Die Ausstellung nimmt die Stadt Berlin in ihrer weltweiten Verflechtung in den Blick. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie historische, politische und kulturelle Entwicklungen Berlins immer auch globale Bezüge haben, und umgekehrt.

Die Ausstellung ist interaktiv aufgebaut. Alle Jugendlichen erhielten am Eingang ein Armband, mit dem sie an verschiedenen Stationen persönliche Entscheidungen treffen und Inhalte freischalten konnten. Besonders spannend war dabei das Prinzip der Dilemmaentscheidungen: Immer wieder mussten die Jugendlichen zwischen zwei Optionen wählen, etwa zwischen Sicherheit und Freiheit oder zwischen Verantwortung und Selbstverwirklichung. Die Ergebnisse beeinflussten die eigene Ausstellungserfahrung und regten zum Nachdenken über gesellschaftliche Werte und persönliche Haltungen an.

Thematisch behandelte Berlin Global sieben zentrale Bereiche: Revolution, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode, Raum und Verflechtung. Besonders eindrucksvoll war der Raum „Verflechtung“, in dem fiktive Stimmen von Berlinerinnen und Berlinern mit internationalen Wurzeln zu hören waren. Sie schilderten ihre Sicht auf die Stadt, emotional, widersprüchlich und nah an der Lebensrealität vieler Jugendlicher.

Im sogenannten „Beziehungsraum“ konnten die Teilnehmenden spielerisch erkunden, wie Menschen, je nach Herkunft, Alter, Perspektive oder Lebenssituation, Berlin auf ganz unterschiedliche Weise wahrnehmen . Die große, funkelnde Discokugel, unter der Stadtgeräusche, Musik und Zitate zu hören waren, wurde zum beliebten Fotomotiv. Die gesamte Ausstellung verband klassische Objekte mit Licht, Ton, Video und digitalen Elementen. Viele beschrieben den Zugang als zeitgemäß, aktivierend und überraschend.

Nach dem Ausstellungsbesuch ging es für die Gruppe auf die Dachterrasse des Humboldt Forums. Von dort bot sich vom Fernsehturm bis zum Dom, über die Spree bis hin zum Alexanderplatz ein weiter Blick über das Berliner Zentrum. Der Blick von oben ergänzte das Ausstellungserlebnis. Die Stadt wurde räumlich greifbar und zugleich als vielschichtiger Ort sichtbar, der von unterschiedlichsten Geschichten geprägt ist.

DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM - ``ROADS NOT TAKEN``

Nach dem Besuch im Humboldt Forum und einer kurzen Mittagspause machte sich die Gruppe auf den Weg ins Deutsche Historische Museum. Dort stand die Sonderausstellung „Roads Not Taken“ auf dem Programm.

Die Ausstellung nimmt 14 entscheidende Wendepunkte der deutschen Geschichte zwischen 1848 und 1989 in den Blick. Dabei werden nicht nur die tatsächlichen Entwicklungen gezeigt, sondern auch Szenarien, wie die Geschichte hätte verlaufen können, wenn andere Entscheidungen getroffen worden wären. Es handelt sich um gedankliche Entwürfe, die verdeutlichen, wie stark historische Prozesse von einzelnen Weichenstellungen abhängen.

Anhand von Dokumenten, Objekten und anschaulichen Installationen wurde gezeigt, wie sowohl kleine Entscheidungen einzelner Menschen als auch große politische Ereignisse den Lauf der Geschichte geprägt haben. Besonders eindrucksvoll war für viele Jugendliche der Gedanke, dass ein anderes Handeln an einem bestimmten Tag eine völlig andere Zukunft bedeutet hätte.

Im Anschluss tauschten sich die Jugendlichen intensiv über das Gesehene aus. Dabei ging es um die Bedeutung politischer Teilhabe, die Verantwortung jeder Generation für ihre Zeit und die Frage, welche Entscheidungen heute getroffen werden müssen, um die Zukunft positiv zu gestalten.

Freizeit und Fête de la Musique

Am Samstagnachmittag stand den Jugendlichen Zeit zur freien Verfügung. Einige erledigten persönliche Besorgungen oder nutzten die Gelegenheit für eigene Erkundungen. Viele nahmen sich vor, die Fête de la Musique zu besuchen, die jedes Jahr am 21. Juni in ganz Berlin stattfindet.

Bei schönem Wetter und am Wochenende war der öffentliche Raum besonders belebt. Auf Plätzen, in Parks, vor Cafés und sogar in U-Bahn-Stationen traten Musikerinnen und Musiker auf. Das offene Angebot machte es leicht, sich unter die Menschen zu mischen und an verschiedenen Orten Musik zu erleben.

Die Jugendlichen sammelten dabei Erfahrungen mit einer Großstadt, die ihren öffentlichen Raum offen und vielfältig nutzte. In dieser Atmosphäre kam es auch zu Begegnungen mit Gleichaltrigen. Einige spielten im Monbijoupark bis in den Abend hinein gemeinsam mit anderen Jugendlichen Fußball und Basketball.

Für viele war dieser Nachmittag ein eindrückliches Beispiel dafür, wie lebendig und zugänglich Berlin an diesem Tag wirkte.


Jugendengagementkongress 2025

Jugendengagementkongress 2025

Vom 20. bis 23. Mai 2025 nahmen sechs Jugendliche der Kulturenwerkstatt am Jugendengagementkongress (JEK) in Berlin teil, organisiert von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Der Kongress bietet jungen Engagierten aus ganz Deutschland Raum, sich über gesellschaftlich relevante Themen auszutauschen, voneinander zu lernen und neue Impulse für ihr Engagement zu gewinnen.

Während des Kongresses besuchten die Jugendlichen verschiedene Workshops, teils gemeinsam, teils individuell. Je nach Interesse nahmen sie einzeln oder in kleinen Gruppen an unterschiedlichen Angeboten teil. Dadurch erhielten sie vielfältige Perspektiven und neue Anregungen für ihr eigenes Engagement.

Ein Workshop beschäftigte sich mit antimuslimischem Rassismus und Mechanismen der Diskriminierung. Die Teilnehmenden setzten sich mit Vorurteilen und gesellschaftlichen Stereotypen auseinander und tauschten persönliche Erfahrungen aus.

Ein weiterer Workshop behandelte das Thema Israel und Palästina im Kontext von Rassismus und Antisemitismus. Die Jugendlichen lernten, wie man sensibel über dieses schwierige Thema sprechen kann, ohne diskriminierende Narrative zu reproduzieren.

Auch das Thema Antifeminismus und Queerfeindlichkeit in rechtspopulistischen Diskursen wurde in einem Workshop beleuchtet. Hier ging es darum, wie gezielte Angriffe auf Diversität instrumentalisiert werden – und wie man sich diesen entgegenstellen kann.

Ein Workshop zur Generationengerechtigkeit eröffnete den Teilnehmenden die Diskussion über faire politische Beteiligung verschiedener Altersgruppen und darüber, wie sich Engagement generationsübergreifend gestalten lässt.

Der Workshop „Wer ist wir?“ fand im Lernort 7xjung statt und bot einen kreativen Zugang zu Fragen von Zugehörigkeit, Identität und demokratischem Zusammenleben.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der Neuen Synagoge Berlin. Nach einer Führung zur Geschichte des Gebäudes und zum jüdischen Leben in Deutschland trafen die Jugendlichen zwei junge jüdische Menschen aus dem Projekt Meet a Jew. In einem offenen Gespräch ging es um Alltag, Identität und die Vielfalt jüdischen Lebens heute.

Am Freitag stand im Rahmen eines Kulturworkshops eine kleine Rallye im Berliner Stadtteil Wedding auf dem Programm – ein entspannter Spaziergang ohne Zeitdruck. Auf der Route wurden Orte der Kolonialgeschichte, der Ökologie und der Kulturpolitik entdeckt, mit viel Raum für Austausch und Reflexion.

Am letzten Tag, dem 23. Mai, nahmen die Jugendlichen am offiziellen Festakt zum Tag des Grundgesetzes teil. Dieser wird jährlich veranstaltet und ehrt Menschen, die sich in besonderer Weise für Demokratie und Toleranz einsetzen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Krüger, dem Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung, der in diesem Jahr sein letztes Amtsjahr begleitete.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden fünf Personen bzw. Initiativen als „Botschafterinnen und Botschafter für Demokratie und Toleranz“ für ihr herausragendes zivilgesellschaftliches Engagement und ihre Zivilcourage ausgezeichnet: Fatuma Musa, Sarah Hüttenberend, Gianni Jovanovic, Anna Ohnweiler und Serpil Temiz.

Die Preisverleihung war feierlich und inspirierend. Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft würdigten die Preisträgerinnen und Preisträger und betonten die Bedeutung von Vielfalt und Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft.

Den Abschluss des Kongresses bildete eine ausgelassene Abendveranstaltung in der Alten Turnhalle Berlin. Ab 18 Uhr feierten alle Teilnehmenden gemeinsam mit Abendessen, einem Dance-Battle und einer großen Party bis Mitternacht das Ende eines intensiven und bereichernden Kongresses – ein Moment der Freude, des Austauschs und des gemeinsamen Feierns der Vielfalt.

Der Jugendengagementkongress 2025 war für die Jugendlichen der Kulturenwerkstatt eine außergewöhnliche Erfahrung. Sie gewannen neue Perspektiven, lernten inspirierende Menschen kennen und nahmen wertvolle Impulse für ihr eigenes Engagement mit. Ihr Dank gilt der bpb für die Organisation, den Workshop-Leitungen für ihre Expertise und allen Jugendlichen, die diese Tage zu etwas Besonderem gemacht haben.


Ein besonderes Poesieprojekt!

Monja Schaefer von der Buchhandlung Schaefer in Limburg hatte uns eingeladen, ein Poesiebuch mitzugestalten. Sie betreute einen der 100 Poesiekoffer der Stadt Lich – ein kreatives Lyrikprojekt von R/A/U/M in Kooperation mit Licherleben Kunst und Kultur e.V.

Der Poesiekoffer wandert von Haus zu Haus. Darin: eine Glocke und ein Buch, in das Menschen Gedichte schreiben oder gestalten können. Ziel ist es, Poesie zu teilen und andere zum Mitmachen zu inspirieren.

Wir hatten große Freude daran, unsere Lieblingsgedichte beizusteuern und das Buch kreativ zu gestalten.

Am 21. März, dem Welttag der Poesie, kehren alle Koffer nach Lich zurück und werden dort ausgestellt. Wir sind gespannt auf die entstandenen Werke – und stolz, Teil dieses besonderen Projekts zu sein!


Utopien und Visionen / April - November 2024

Das Jugendkulturprojekt „Utopien und Visionen“ entstand unter Einbindung der Jugendinitiativgruppe der Kulturenwerkstatt, die das Thema selbst wählte, um den oft düsteren Zukunftsprognosen und der gesellschaftlichen Unruhe etwas Positives entgegenzusetzen. Von Anfang an stand fest: Dieses Projekt sollte eine Plattform schaffen, auf der junge Menschen ihre Ideen und Hoffnungen für die Zukunft künstlerisch ausdrücken können. Für die Teilnehmenden bot es die Möglichkeit, Zukunftsbilder zu entwerfen, die Mut machen und Alternativen zu den oft pessimistischen Sichtweisen aufzeigen.

Sobald klar war, dass das Projekt im Rahmen des Modellprojekts „Kulturkoffer Hessen“ durchgeführt werden konnte, stellten sich die Jugendlichen der Planungsgruppe der Herausforderung, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Dabei wurde das Projekt selbst zu einer Vision. Der Prozess verlangte von den Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen, was anfangs viele Selbstzweifel auslöste. Doch nach und nach entdeckten sie ihre eigene Selbstwirksamkeit, was beeindruckende individuelle Entwicklungen zur Folge hatte.

In gemeinsamer Arbeit wurden Termine festgelegt, Räume organisiert und Aufgaben verteilt. Es entstanden erste Ideen für das Programm, Flyer wurden entworfen und weitere Jugendliche durch persönliche Ansprache zur Teilnahme motiviert. Der erste mehrtägige Workshop fand in den Osterferien statt, gefolgt von weiteren intensiven Workshop-Phasen in den Sommer- und Herbstferien. Zwischen diesen Terminen trafen sich die Jugendlichen regelmäßig, um Anpassungen vorzunehmen, an verschiedenen Teilbereichen des Projekts weiterzuarbeiten und Filmsequenzen zu erstellen.

Ein besonderer Höhepunkt war die Zwischenpräsentation auf einem Kulturfest kurz nach den Sommerferien, bei der erste Ausschnitte des Erarbeiteten auf einer Freilichtbühne gezeigt wurden. Die Teilnehmenden spürten hier zum ersten Mal die unmittelbaren Reaktionen des Publikums, das von den Darbietungen sichtlich ergriffen war. Diese Erfahrung war für die Jugendlichen von großer Bedeutung, da sie ihnen zeigte, wie stark ihre künstlerische Arbeit auf andere wirken kann.

Ein zentrales Merkmal des Projekts war seine Offenheit: Es war derart gestaltet, dass möglichst viele junge Menschen teilnehmen konnten – ob langfristig oder nur für kurze Zeit. Dieser flexible Ansatz ermöglichte es 55 Jugendlichen, sich in verschiedenen Phasen zu beteiligen. An den Projekttagen waren stets etwa 35 Personen aktiv dabei.

Gemeinsam mit der Initiative „Dann mach doch!“ wurden erste Schritte unternommen, auch junge Menschen mit Beeinträchtigungen in das Projekt einzubeziehen, was zwar eine große Herausforderung darstellte, jedoch wertvolle Erfahrungen für die Planung zukünftiger Projekte lieferte. In speziellen Workshops entstanden Bilder, die später als Bühnenbilder projiziert werden. Um den eng getakteten Tagesablauf einer Teilnehmerin zu berücksichtigen, die auch fester Teil des Ensembles wurde, fanden zusätzliche Veranstaltungen an Wochenenden und späten Nachmittagen statt.

Der endgültige Abschluss des Projekts fand am 16. November in der Dorle-Schäfer-Halle in Limburg statt, wo alle Interessierten eingeladen waren, die Ergebnisse der kreativen Arbeit zu erleben. Die Präsentation markierte den Höhepunkt des Projekts und bot sowohl den Teilnehmenden als auch dem Publikum die Möglichkeit, die gesammelten Visionen und Utopien zu teilen.

Die Umsetzung eines solch umfassenden Projekts wäre ohne die finanzielle Unterstützung durch das Modellprojekt „Kulturkoffer Hessen“ nicht möglich gewesen. Die Förderung hat nicht nur das Projekt selbst ermöglicht, sondern auch den Jugendlichen den Raum gegeben, sich kreativ zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und soziale Entwicklung zu sammeln.


„Frauen“ im Städel – Kunst, Geschichte und Empowerment

Die Ausstellung „Frauen – Künstlerinnen der Moderne“ im Städel Museum Frankfurt bot den Teilnehmenden eine Reise durch die Geschichte weiblicher Kunstproduktion. Dabei eröffnete sie zentrale Perspektiven auf Demokratiebildung, Geschlechtergerechtigkeit und Empowerment.

Verborgene Geschichte sichtbar machen

Der Beitrag von Frauen zur Kunst der Moderne ist unbestreitbar, bleibt aber bis heute häufig im Schatten männlicher „Künstlergenies“. Die Ausstellung holte Malerinnen und Bildhauerinnen wie Louise Breslau, Ottilie W. Roederstein oder Marg Moll aus dem Abseits und rückte sie mit rund 80 Werken von 26 Künstlerinnen aus internationalen Sammlungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Gezeigt wurden erstmals präsentierte Gemälde, Skulpturen, Fotografien und persönliche Dokumente, die die Lebenswege und das künstlerische Selbstverständnis dieser Pionierinnen nachzeichnen.

Künstlerinnen als Wegbereiterinnen

Die Werke zeigten, wie sich Frauen mit Professionalität und Eigenständigkeit gegen die Dominanz männlicher Strukturen im Kunstbetrieb behaupteten. In Metropolen wie Paris oder Frankfurt und im progressiven „Neuen Frankfurt“ der 1920er-Jahre bildeten sie Netzwerke, unterstützten einander und schufen damit Räume für kreatives Schaffen und gegenseitige Stärkung.

Netzwerke als Strategie

Ein besonderer Fokus der Ausstellung lag auf dem Wert kollektiver Strukturen und internationaler Verbindungen. Briefe und Fotografien dokumentierten Ateliergemeinschaften, Künstlerinnenverbände und strategische Allianzen. Diese Netzwerke ermöglichten es Frauen, als Künstlerinnen, Lehrerinnen, Mentorinnen und Kulturvermittlerinnen aktiv die Geschichte des Städel Museums und der Städelschule mitzugestalten.

Empowerment durch Kunst

Für die Jugendlichen war die Ausstellung weit mehr als Kunstbetrachtung, sie wurde zum Raum für Reflexion und Selbstverortung. Die Künstlerinnen hinterfragten mit ihren Werken tradierte Rollenbilder, präsentierten sich selbstbewusst in Männerdomänen wie der Bildhauerei oder in Darstellungen des weiblichen Körpers. Dieser selbstbestimmte Ausdruck inspirierte insbesondere junge Besucher:innen dazu, eigene Fragen zu Identität, Rollenbildern und Teilhabe zu stellen.

Demokratiebildung im Museum

Durch die Auseinandersetzung mit historischen Bedingungen weiblicher Kunstproduktion wurde ein Bogen zur Gegenwart geschlagen: Wer darf Kunst machen? Wer wird anerkannt? Die Jugendlichen setzten sich mit sozialen und kulturellen Machtstrukturen auseinander, ein zentraler Bestandteil politischer Bildung und demokratischer Selbstermächtigung.

Vielfalt der Stimmen

Die stilistische und inhaltliche Vielfalt der Werke spiegelte den gesellschaftlichen Wandel der Zeit. Von den ersten Bildhauerinnen an der Städelschule um 1900 bis zu den jungen Künstlerinnen der 1930er-Jahre reichte das Spektrum weiblichen Schaffens, kraftvoll, vielfältig und innovativ.


Fazit

Die Ausstellung „Frauen“ war für die Jugendlichen weit mehr als ein Museumsbesuch, sie war ein lebendiger Ort des Lernens, der Begegnung und des Empowerments. Sie bot Mut zur Selbstpositionierung und eröffnete Perspektiven auf Gleichberechtigung, kulturelle Teilhabe und demokratische Gestaltung – Werte, die das Jugendforum der PfD Limburg aktiv stärkt.