Demokratie verteidigen

„Eine Jungendgruppe, zu der einige Migranten gehören, mahnt an Grundrechte und verteilt – Grundgesetze. Wie passend. Vielleicht ist das der gemeinsame Nenner, an dem sich in Zukunft alles messen lassen muss.“

Dies stellten die Autoren der Tageszeitung Mittelhessen in ihrem Artikel über die Demonstration zur Verteidigung der Demokratie am 20.01.2024 in Limburg abschließend fest.

Wie schön, dass unser Anliegen erkannt wurde und auf die Weise Erwähnung fand. In der Kulturenwerkstatt ist seit jeher der zentrale Orientierungspunkt das Grundgesetz, da es das einzig verbindlich verbindendende Element des Zusammenlebens in Deutschland ist.

Als wir am Donnerstag, den 18.01., von den für das darauffolgende Wochenende geplanten Demonstrationen erfuhren, riefen wir kurzfristig eine Onlinezusammenkunft unserer Initiativgruppe ein. Zunächst stand die Frage im Raum, ob es nicht besser sei in Frankfurt zu demonstrieren, doch schnell war klar, dass wir dort vertreten sein wollten, wo unser Lebensmittelpunkt ist, also in Limburg.

Klar war auch, dass wir nicht gegen eine Partei oder Menschengruppe demonstrieren wollten, sondern für Demokratie und das alle Menschen in Deutschland schützende Grundgesetz. Zum Glück hatten wir noch rund 200 Exemplare davon vorrätig, die wir in Taschen verpackten, unter uns aufteilten und während des Demonstrationszuges, an dem trotz klirrender Kälte rund 3000 Menschen teilnahmen, verteilten.

Artikel zur Demonstration auf mittelhessen.de

Ausstellung in der Adolf-Reichwein-Schule Limburg

Am 10. Dezember 1948 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” verabschiedet. Diese Erklärung war eine Reaktion auf die Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes vor und im Zweiten Weltkrieg.
Diese Erklärung besteht aus 30 Artikeln, die in einer einfachen und klaren Sprache formuliert sind. Der erste Artikel der Erklärung der Menschenrechte lautet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“
Der 10. Dezember wird als „Tag der Menschenrechte“ (engl. human rights day) weltweit als Gedenktag gefeiert. Rund um diesen Gedenktag hat die Kulturenwerkstatt eine Ausstellung zum Thema erarbeitet, die in der Adolf-Reichwein-Schule Limburg eine Woche lang zu besichtigen war. Alle Schüler und Schülerinnen sowie die Lehrkräfte konnten sich informieren und die kreativen Ergebnisse aus verschiedenen Workshops sowie der Projektarbeit des Jahres 2023 bestaunen, sodass sie sich der Bedeutung grundlegender Menschenrechte und deren Umsetzung in einer Demokratie bewusst werden konnten.


Jugendkonferenz

Am 14. Oktober 2023 versammelten sich junge Menschen in der Adolf-Reichwein-Schule Limburg zu einer Jugendkonferenz, die die Demokratie in den Fokus rückte. Mit einem breit gefächerten Angebot von unterschiedlichen Workshops hatten die jungen Teilnehmenden die Gelegenheit, die Grundprinzipien der Demokratie intensiv zu erkunden. Die Veranstaltung ermutigte sie, sich für eine demokratische Gesellschaft einzusetzen und ihre Stimmen zu erheben, um positive Veränderungen herbeizuführen.
Im Workshop „Reden ist gut- Handeln ist besser“ erforschten die Teilnehmenden, wie junge Menschen aktiv am politischen Prozess teilnehmen können, sei es durch Beteiligung an Wahlen oder durch soziales Engagement. Dieser Workshop zeigte, dass junge Menschen eine entscheidende Rolle in der Gestaltung der politischen Landschaft spielen können.
Ein zweiter Workshop mit dem Titel „Alltagsrassismus erkennen, benennen und überwinden“ widmete sich den Aspekten von Rassismus im Alltag. Hier diskutierten die Teilnehmenden die Bedeutung von Rassengerechtigkeit, erkannten verborgene Vorurteile und lernten, wie sie sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen können. Dieser Workshop unterstrich die Notwendigkeit einer inklusiven und diversen Gesellschaft.
Der dritte Workshop „HipHop“ hatte die Kraft der Musik zum Thema. Erforscht wurde gemeinsam, wie Musik als Ausdruck von Gefühlen und Gedanken dienen und wie sie als Werkzeug für sozialen Wandel eingesetzt werden kann. Die Verbindung von Musik und sozialem Aktivismus wurde deutlich hervorgehoben.
Schließlich konzentrierte sich ein vierter Workshop auf das Thema „Menschenrechte“. Die Teilnehmenden erfuhren, wie wichtig es ist, die Grundrechte und Würde eines jeden Individuums zu schützen. Dieser Workshop konnte Jugendliche inspirieren, sich für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer Gemeinschaft und darüber hinaus einzusetzen. Dabei sind zahlreiche kreative Collagen entstanden, die jeweils einen Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte darstellten.
Die Konferenz stärkte nicht nur das Wissen der Teilnehmenden, sondern auch ihren Glauben an die positive Veränderung, die sie in der Welt bewirken können.


Bundeskunsthalle

Unser Besuch in der Bundeskunsthalle in Bonn war ein kulturelles Highlight. Die beeindruckende Architektur des Gebäudes versetzte uns sofort in Staunen. Innen wurden wir von einer eindrucksvollen Sammlung von Kunstwerken begrüßt, die verschiedene Stile und Ausdrucksformen präsentierte. Besonders beeindruckte uns die Vielfalt der Ausstellungen, von Malerei bis zu multimedialen Installationen. Besucht haben wir an diesem Tag folgende Ausstellungen: “ 1920er! Im Kaleidoskop der Moderne”, ,,Josephine Baker / Freiheit- Gleichheit-Menschlichkeit” und “Wer wir sind/Fragen an ein Einwanderungsland”.
Die Ausstellungsstücke erzählten fesselnde Geschichten und regten alle zum Nachdenken an.

Es war ein toller Tag und wir haben wieder viel gesehen, erfahren, gelernt, aber auch gequatscht, gelacht und einfach eine schöne Zeit miteinander verbringen können. Ein großer Dank geht an die Bundeskunsthalle, die uns so freundlich willkommen geheißen hat. 


Sommerprojekt Menschenrechte

Menschenrechte und Demokratie sind eng miteinander verbunden. Demokratie bietet den Rahmen, in dem Menschenrechte geschützt und garantiert werden. Sie ermöglicht den Menschen, an der Gestaltung der Gesellschaft teilzunehmen und ihre Meinungen und Bedürfnisse zu äußern. Menschenrechte, wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und das Recht auf politische Beteiligung, sind Eckpfeiler der Demokratie. Eine funktionierende Demokratie wiederum gewährleistet, dass diese Rechte respektiert und geschützt werden. Es ist diese wechselseitige Beziehung, die die Grundlage für gerechte und freie Gesellschaften bildet.
In den Sommerferien 2023 haben wir uns eingehend mit dem Thema „Menschenrechte” beschäftigt und uns mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte befasst, wobei über 30 interessierte junge Menschen aktiv am Projekt im Kalkwerk Limburg teilgenommen haben. Eine Woche lang haben wir gemeinsam 30 Artikel der Menschenrechte kennengelernt, dabei reflektiert und einen Blick in die Geschichte geworfen. Interessanterweise brachten Menschen mit vielfältigen Hintergründen und Weltanschauungen ihre unterschiedlichen Ansichten ein, wodurch eine dynamische und lebendige Atmosphäre herrschte. Entstanden sind kleine Theaterszenen und zahlreiche kreative Collagen zum Thema.


Edelweißpiratenfestival 2023

Das Edelweißpiratenfestival, das wir am 18. Juni in Köln besuchten, war eine ergreifende Hommage an die Edelweißpiraten, eine Gruppe junger Menschen, die im Zweiten Weltkrieg mutig gegen die nationalsozialistische Unterdrückung aufbegehrten. Ihr unerschrockener Einsatz für Freiheit und Demokratie ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie entscheidend es ist, demokratische Werte selbst unter den widrigsten Umständen zu verteidigen.

Ein sonnenverwöhnter Tag, von den Klängen mitreißender Live-Musik begleitet, und die Freude, die Menschen aus aller Herren Länder trotz ihrer einzigartigen Unterschiede miteinander teilten, verwandelten diesen Augenblick in eine wahrhaft zauberhafte Erfahrung.


Bildungsfahrt Berlin 2023

Berlin, die pulsierende Hauptstadt Deutschlands hat so viel zu bieten, dass eine Reise dorthin unvergesslich bleibt. Im Mai 2023 fuhren über 30 Menschen der Kulturenwerkstatt nach Berlin, wo sie Geschichte und Kultur hautnah erleben konnten.

Der Auftakt unseres Aufenthalts in Berlin am ersten Abend bestand aus einem langen Spaziergang entlang der Spree, bei dem wir das Reichstagsgebäude und das Bundeskanzleramt aus der Nähe sahen. Dann setzten wir unsere Entdeckungstour fort und begaben uns zum Holocaust-Mahnmal und dem Brandenburger Tor, flankiert von den Botschaften Frankreichs und Russlands. Schließlich rundeten wir unseren Abend mit einem Besuch des Denkmals zur Erinnerung an die Bücherverbrennung am Bebelplatz. Das eindrucksvolle Mahnmal hat uns alle tief beeindruckt und sehr nachdenklich zurückgelassen.

Am folgenden Tag verließen wir das Hostel und teilten uns in zwei Gruppen auf: Eine Gruppe erkundete die Karl-Marx-Straße und die East Side Gallery, während die andere zur Gedenkstätte Berliner Mauer aufbrach. Am Nachmittag versammelten wir uns alle wieder gemeinsam im Humboldt-Forum und besuchten die Ausstellung “Berlin Global”, wo die Verschmelzung verschiedener Perspektiven und Erfahrungen eine demokratische Atmosphäre der Offenheit und Vielfalt schuf. Ein Besuch auf der Dachterrasse des Humbold-Forums mit einem fantastischen Panoramablick über die Hauptstadt rundete den Ausflug ab. Der Tag klang sanft aus, als wir dann noch einen entspannenden Stadtspaziergang zurück zum Hostel unternahmen.

Am zweiten Morgen in Berlin brachen wir auf und steuerten direkt auf den Leipziger Platz zu, gespannt auf die Eindrücke, die uns in der Stadt erwarteten. Vor dem Bundesratsgebäude führten wir eine kurze Unterhaltung über die vielfältigen Einflüsse, die die verschiedenen Bundesländer auf die politische Landschaft Deutschlands ausüben. Auf unserem Bildungsspaziergang besichtigten wir das monumentale Detlev-Rohwedder-Haus, den Platz des 17. Juni und das Werk von Max Lingner “Aufbau der Republik”. Als Abschluss des Vormittags besuchten wir das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, eine bedeutende Einrichtung, die sich intensiv mit der Geschichte und dem Schrecken des Nationalsozialismus auseinandersetzt. Dieses Zentrum bietet einen tiefen Einblick in die dunklen Kapitel dieser Zeit und informiert über die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich auch an diesem Ort abgespielt haben.

Am Nachmittag gab es verschiedene Angebote. Einige besuchten die Neue Nationalgalerie, eine kleine Gruppe fuhr zur Classic Remise und andere nutzten die Zeit, um selbständig das Stadtinnere zu erkunden. Der Abend endete mit einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen. Am nächsten Morgen begaben wir uns auf den Weg nach Limburg an der Lahn und beendeten unsere dreitägige Reise.

In einer Demokratie ist das “Recht auf Zugang zur Kultur” von großer Bedeutung, insbesondere für die jüngere Generation. Dieses Recht gewährleistet, dass Kunst, Bildung und kulturelle Veranstaltungen für alle Bürger zugänglich sind, unabhängig von ihrem sozialen Status oder ihrer Herkunft. Es fördert die kulturelle Vielfalt, den kreativen Ausdruck und trägt zur Stärkung der nationalen Identität bei. In einer Demokratie steht der Zugang zur Kultur im Einklang mit den Prinzipien von Bildung, sozialer Integration und kultureller Bereicherung. Die lebhaften Diskussionen junger Menschen über Geschichte, Kultur und Demokratie erwiesen sich auf ihre eigene Art als fesselnd und erhellend.


BeMo - Kooperation mit dem Verein für Integration und Suchthilfe e.V.

Das BeMo ist ein mobiles Begegnungsangebot der Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis Limburg-Weilburg des Vereins für Integration und Suchthilfe e.V.. Er bietet Menschen die Möglichkeit , sich zu treffen, zu informieren und sich beraten zu lassen. Die Initiatorin Johanna Wörsdörfer und der Initiator Alexander Schönsiegel sind an die Jugendlichen der Kulturenwerkstatt mit der Bitte herangetreten, an der Außengestaltung des Busses mitzuwirken. 
Die Jugendlichen haben in Workshops und Gesprächen ihre Ideen und Wünsche für den Bus eingebracht. Dabei ging es ihnen vor allem darum, eine Gestaltung zu schaffen, die einladend und ansprechend wirkt. Sie wünschten sich einen Bus, der zum Verweilen einlädt, in dem man sich wohlfühlt und in dem man sich mit anderen Menschen austauschen kann. Der Verein für Integration und Suchthilfe e.V. hat die Ideen der Jugendlichen aufgegriffen und umgesetzt. Die Kooperation der Fachstelle für Suchtprävention und der Kulturenwerkstatt war ein voller Erfolg und ein gelungenes Beispiel dafür, wie man mit jungen Menschen zusammenarbeiten kann, um ein innovatives und ansprechendes Angebot zu schaffen. 


Zurück ins Licht / Vier Künstlerinnen - Ihre Werke. Ihre Wege

Sie gehörten zu den ersten Frauen, die in Frankfurt als Künstlerinnen Erfolge feierten: Erna Pinner, Rosy Lilienfeld, Amalie Seckbach und Ruth Cahn. In den wilden 1920er Jahren prägten diese jüdischen Frauen die Kunstszene Frankfurts, publizierten und stellten international aus, pflegten eine kosmopolitische Lebensweise und behaupteten sich neben ihren männlichen Kollegen. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten bereitete ihren Karrieren ein Ende. Sie wurden als Jüdinnen verfolgt, ihre Werke verfemt – und nach Ende des Zweiten Weltkriegs vergessen. Die Ausstellung “Zurück ins Licht” holt sie nun endlich wieder an die Öffentlichkeit. 

Am 4. Februar 2023 war eine Gruppe von Jugendlichen der Kulturenwerkstatt gemeinsam im Jüdischen Museum in Frankfurt am Main, um die Ausstellung „Zurück ins Licht“ zu besuchen. Wir waren beeindruckt von den ausdrucksstarken Bildern der vier Künstlerinnen und ihren bewegenden Lebensgeschichten. Wieder hat uns der Besuch die Schrecken ihrer Zeit vor Augen geführt. Die Ausstellung war sehr interessant kuratiert und wir haben viel Zeit dort verbracht und sind eingetaucht in die Bild- und Lebenswelten dieser spannenden Frauen. 


Demokratie in Weimar

Die Bildungsfahrt nach Weimar vom 9. bis 11. Dezember 2022 des Jugendforums der Partnerschaft für Demokratie Limburg bot eine einzigartige Gelegenheit, die Geschichte der deutschen Demokratie hautnah zu erleben und zu erforschen. Weimar war in den 1920er Jahren ein politisches Zentrum Deutschlands und Gründungsort der 1. deutschen Demokratie. Über 30 junge Menschen wandelten aber auch auf den Spuren berühmter deutscher Künstler*innen, besuchten Museen wie das Bauhaus-Museum, die Fürstengruft, das Haus der Weimarer Republik oder die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Bei Stadtspaziergängen und Führungen im winterlichen Weimar konnten sie Einblicke in das Leben und Wirken von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Johann Sebastian Bach, Friedrich Nietzsche oder Walter Gropius und anderen Bauhaus-Künstler*innen erhalten. Die Bandbreite reichte von den Ideen der Aufklärung, über die Innovation und Kreativität der Künste bis hin zu den politischen Ideen der demokratischen Weimarer Verfassung. Die Bildungsfahrt stellte einen wichtigen Schritt in Richtung Verständnis für die Geschichte und Entwicklung der Demokratie in Deutschland dar und alle Teilnehmenden lernten, wie wichtig es ist, die demokratischen Werte zu schützen und zu fördern.